Latein-Theater: Ein ungewöhnliches Unterrichtsprojekt der 10a

„Catull an Lesbia.“ Gedichte einer Liebe der besonderen Art in 3 Akten

Der römische Dichter Catull (87-54 v. Chr.), bekannt als Dichter von Spottversen und Liebesgedichten, ein jüngerer Zeitgenosse Caesars, welcher ebenso wie Pompeius und Cicero von Catulls bissiger Zunge nicht verschont blieb, bildete mit seinen Gedichten an und über Lesbia den thematischen Schwerpunkt des Latein-Unterrichts im ersten Halbjahr des Schuljahrs 2016/17. Nachdem die Schüler und Schülerinnen sich die Gedichte durch Übersetzung und Interpretation inhaltlich erarbeitet hatten und die erste Klausur geschrieben war, wurde der Unterricht zur Hälfte auf die Bühne des Forums verlegt.

Ein vierstündiger Workshop mit dem TPZ Hildesheim im Rahmen von „Schule : Kultur“ am 7.11.2016 gab den Startschuss zu den kreativen Überlegungen, wie Gedichte szenisch auf einer Bühne vor Publikum lebendig werden können. Die Klasse stellte sich der Herausforderung mit Einsatz und Bereitschaft. Lösungen mussten dafür gefunden werden, wie das Publikum einer Handlung folgen kann, die sich über Sprechtexte in einer fremden Sprache entfaltet. Herausgekommen ist ein eindrucksvolles, inhaltlich rundes Theaterstück von 35 Minuten, das teilweise chorisch, teilweise dialogisch oder szenisch gespielt wird. Die Gedichte Catulls selbst bilden ohne weitere Zusätze das Theater-Script. In der gewählten Abfolge der Gedichte entsteht die unglückliche Liebesgeschichte Catulls zu seiner Lesbia wie in einem traditionellen Drama. „Lesbia“ heißt die Frau, die Catull besingt, allerdings nicht. Mit diesem Codenamen für seine Geliebte ehrt Catull die frühgriechische Dichterin Sappho, die im 6. Jhd. vor Christus auf der Insel Lesbos gelebt hat und deren Gedichte ihn selber fasziniert und zum Nachdichten inspiriert haben.

Die Premiere des Stückes fand am 11. Januar 2017 statt. Die Klasse nutzte die Gelegenheit, um Spenden für „Ärzte ohne Grenzen“ zu bitten. Mehr als stolze 100,- € konnten für diesen guten Zweck überwiesen werden. Am 27. Februar wurde das Stück noch einmal auf vielfachen Wunsch für die Schulgemeinschaft aufgeführt.

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